Bordeaux
Cabernet auf Kies. Merlot auf Ton und Kalk. Sémillon im Morgennebel. Bordeaux ist die Kunst der Assemblage – und eine Landschaft, in der wenige Kilometer den Charakter eines Weines neu schreiben.
Hier mehr erfahren · aufklappenBordeaux lesen: Ufer, Sorten, Appellationen+
Bordeaux ist kein einzelner Stil. Es ist ein System aus Böden, Ufern und Komposition.
Warum werden Bordeaux-Weine meist assembliert?
Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc bilden das rote Fundament; Petit Verdot, Malbec und Carménère ergänzen. Jede Sorte reagiert anders auf Boden, Reifeverlauf und Jahrgang. In der Assemblage greifen Frucht, Struktur, Duft und Lagerfähigkeit ineinander.
Was bedeutet linkes und rechtes Ufer?
Links der Gironde und Garonne liegen unter anderem Médoc und Graves: Kiesböden und Cabernet Sauvignon prägen viele große Rotweine. Rechts der Dordogne, rund um Saint-Émilion, Pomerol und Fronsac, dominieren häufiger Merlot sowie Cabernet Franc auf Ton- und Kalkböden.
Bordeaux in Weiß – trocken oder edelsüß?
Beides. Sauvignon Blanc bringt Frische und aromatische Klarheit, Sémillon Körper und Reifefähigkeit, Muscadelle florale Akzente. Entre-deux-Mers steht besonders für trockene Weiße; Sauternes und Barsac für edelsüße Weine, bei denen Edelfäule die Trauben konzentriert.
Was verrät die Appellation auf dem Etikett?
Sie grenzt Herkunft und Produktionsregeln ein. Die regionale AOP Bordeaux kann Rot, Rosé, Clairet, trockenen und süßen Weißwein hervorbringen. Namen wie Pauillac, Margaux, Pomerol oder Saint-Émilion bezeichnen kleinere Gebiete mit engerem geografischem Profil.