▸ Das fünfte Gewächs von 1855 im Jahrgang 2018, der nach einem nassen Frühjahr in die Hitze kippte, mit schwarzer Schokolade, Rosmarin und seidig kraftvollem Tannin.
Schon der erste Schluck hat ein verführerisches Mundgefühl. Die Tannine sind kraftvoll und dabei seidig, sie geben dem Wein Halt, ohne hart zu werden.
▸ Schwarze Schokolade und Rosmarin, darunter ein Kern, der frisch bleibt.
Gleich zu Beginn kommen schwarze Schokolade, Rosmarin und Gewürze, getragen von einem frischen Kern, der den Wein wach hält. Von dort zieht er sich in einen langen Abgang.
Kraftvoll und seidig, mit schwarzer Schokolade und Rosmarin auf frischem Kern.
Anteile aus dem Datenblatt des Hauses zum Jahrgang 2018.
Die Reben von Lynch-Bages stehen südlich und südwestlich von Pauillac auf einem Kieshügel über der Gironde. Der Boden ist tiefer Garonne-Kies, abgetragen über lange Zeit aus den Pyrenäen. Er ist kiesig und sandig, lässt Wasser rasch abfließen, speichert die Wärme des Tages und gibt sie nachts an die Reben zurück. Das zwingt die Wurzeln in die Tiefe. Seit 2006 arbeitet das Gut mit Präzisionsweinbau, aus 90 Parzellen wurden 200 Teilparzellen.
Ab Mitte Juli kam die Sonne.
2018 begann mit einem nassen Winter und leicht spätem Austrieb. Von März bis Anfang Juli blieb es mild, aber sehr regenreich, ab Mitte Juli kamen Hitze und viel Sonne. Gelesen wurde von Hand, sortiert schon im Weinberg, vom 19. September mit dem Merlot bis zum 9. Oktober. Die Trauben kamen gesund in den Keller, mit viel Zucker und außergewöhnlich reichen Polyphenolen.
Die Gärung verlief ruhig, die Maische stand im Schnitt 21 Tage. Beim Abstich vom 15. bis 29. Oktober lieferten die Tanks weniger Saft als erwartet. Die malolaktische Gärung lief zu einem Drittel im Tank und zu zwei Dritteln im Fass, im Dezember entstanden die ersten Assemblagen. Danach reifte der Wein 18 Monate im Holzfass, drei Viertel davon neu.
Gut drainiert, speichert die Wärme des Tages und gibt sie nachts ab.
Abgetragen aus den Pyrenäen, zwingt die Wurzeln weit nach unten.
Pauillac AOC · Grand Cru Classé 1855 · Handlese
In der Klassifikation von 1855 landete Lynch-Bages auf der fünften und letzten Stufe. Den eigenen Stil bekam der Wein erst 1934, als Jean-Charles Cazes das Gut kaufte und selbst in den Keller ging. Sein Enkel Jean-Michel Cazes brachte ab 1975 mehr Finesse und Regelmäßigkeit in die Jahrgänge. Seit 2006 wird jede der 200 Teilparzellen einzeln betrachtet. So entsteht ein Pauillac, dessen Wertungen heute weit über seiner Einstufung liegen.
▸ Die Rangliste ist von 1855, der Wein im Glas von 2018.
Einstufung als fünftes Gewächs von Pauillac.
Jean-Charles Cazes kauft das Gut, der Stil von Lynch-Bages entsteht.
Präzisionsweinbau, 200 Teilparzellen statt 90.
Handlese, 21 Tage auf der Maische, 18 Monate im Holz. Du hältst den Jahrgang 2018 in der Hand.
Elf Fachbewertungen für den Jahrgang 2018, die meisten zwischen 96 und 98 Punkten.
„Einer der feinsten Jahrgänge, die ich von diesem Haus je verkostet habe. Unglaubliche Aromatik, Reichtum ohne Gewicht, perfekte Balance und eine Reinheit der Frucht, die fast alles übertrifft.“
„Brombeere, Nelke, Lakritz, getrocknetes Laub, Graphit und schwarze Oliven. Vollmundig, mit festen, engen Tanninen. Ab 2026.“
„Attraktive Cassisfrucht, zart nach Minze und Lakritze, sehr verführerisches Bukett. Saftig, engmaschig, reife, tragende Tannine, Brombeerkonfit im Abgang.“
Peter Moser.
„Tiefes Granat-Purpur, eine prachtvoll ausdrucksstarke Nase dunkler Früchte, am Gaumen saftige schwarze Beeren in würzigen Schichten.“
Lisa Perrotti-Brown.
Sinngemäß aus dem Englischen übertragen, Falstaff im Original. Alle Wertungen gelten dem Jahrgang 2018. Weitere Stimmen stehen in den More Facts.
Drei Gänge, von den WEINHERZ Sommeliers ergänzt.
1855 reihte man Lynch-Bages auf die letzte der fünf Stufen von Pauillac. Der Jahrgang 2018 bekam dafür Wertungen bis 98 Punkte. Die Einstufung gilt bis heute, nur der Wein hat sie längst hinter sich gelassen.
Zusammengetragen von den WEINHERZ Sommeliers.
| Art | Rotwein, trocken |
| Jahrgang | 2018 |
| Herkunft | Pauillac AOC, Bordeaux, Frankreich |
| Klassifikation | Grand Cru Classé 1855, fünftes Gewächs |
| Rebsorten | 72 % Cabernet Sauvignon, 19 % Merlot, 6 % Cabernet Franc, 3 % Petit Verdot |
| Alkoholgehalt | 14,1 % vol |
| Nennfüllmenge | 0,75 l |
| Trinkreife | 2025 bis 2050 |
| Allergene | Enthält Sulfite |
| Verantwortliches Unternehmen | Château Lynch-Bages, Famille J-M Cazes, 33250 Pauillac, Frankreich |
| Jugendschutz | Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren |
| Weinberg | 100 ha südlich und südwestlich von Pauillac, tiefer Garonne-Kies, HVE Stufe 3 seit 2018 |
| Lese | Von Hand, im Weinberg sortiert, 19. September (Merlot) bis 9. Oktober |
| Vinifikation | Maischestandzeit im Schnitt 21 Tage, Abstich 15. bis 29. Oktober, Malo zu einem Drittel im Tank und zwei Dritteln im Fass, erste Assemblage im Dezember |
| Ausbau | 18 Monate Holzfass, 75 % neue Eiche |
| Trinkreife | 2025 bis 2050, Einschätzung von Falstaff; Wine Advocate 2026 bis 2055, Jancis Robinson 2027 bis 2050 |
| Bewertung | 98+ Jeb Dunnuck (März 2021), 97+ Thomas Parker MW (Januar 2022), 97 Wine Spectator (Januar 2021), 97 James Suckling (März 2021), 96 Falstaff (14.02.2021), 96 Wine Advocate (März 2021), 96 Wine Enthusiast Cellar Selection (01.03.2021), 96 Vinous Antonio Galloni (März 2021), 96 Decanter (November 2020), 18/20 Jancis Robinson (Februar 2022), 94 Vinous Neal Martin (März 2021), alle Jahrgang 2018 |
| Fassproben 2019 | Falstaff 96 (23.05.2019), Wine Spectator 96 bis 99, James Suckling 97 bis 98, Wine Advocate 96 bis 98 |
| Weingut | Château Lynch-Bages, Pauillac |
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