▸ Der Grand Vin aus dem ummauerten Clos neben Latour, im Jahrgang 2019 mit 79 Prozent Cabernet Sauvignon und strahlender, frischer Frucht.
Im Glas ein dunkles Rubin mit undurchsichtigem Kern und purpurnen Reflexen. Die Nase ist strahlend und intensiv, feines Holz und ein Hauch Nougat liegen obenauf, darunter dunkle Beeren und dunkle Kirsche, etwas Kardamom und eine Spur kandierte Orange. Mit Luft kommen Cassis, Veilchen und eine kühle, steinige Note dazu.
▸ Kraft und Frische, und die Kirsche hat das letzte Wort.
Am Gaumen ist er kraftvoll, straff und eng gewoben. Die Säure ist frisch und gibt Zug, die Tannine sind lang, schmackhaft und tragen den Wein, ohne zu drücken. Im Abgang ein Hauch Schokolade, viel Mineralität und eine Länge, die kaum enden will, zuletzt bleiben Kirschen. Ein Wein für den Keller, der jung nur mit ein paar Stunden in der Karaffe zeigt, was in ihm steckt.
Straff, tief, endlos lang, ein Saint-Julien für Jahrzehnte.
Am schönsten von 2030 bis 2050. Wer früher öffnet, gibt ihm einige Stunden in der Karaffe.
Anteile laut Datenblatt des Hauses zum Jahrgang 2019.
Der Grand Vin kommt fast ganz aus dem Grand Clos Léoville Las Cases, gleich hinter dem Ort Saint-Julien Richtung Pauillac. Der Boden ist vor allem Kies aus dem Quartär auf kiesig-sandigem und kiesig-tonigem Untergrund, dazu Tone in wechselnder Tiefe. Die nahe Gironde hat diese Schichten abgelagert, sie sorgt für ein eigenes Kleinklima, schützt vor Frost und lässt die Trauben früh reifen. Wasser bekommen die Reben regelmäßig, aber knapp, genau das liegt den Cabernets.
Kies, Ton und die Gironde vor der Tür.
2019 begann mit einem milden Winterende, dann kam ein feuchter, kühler Frühling. Der Sommer war trocken und heiß, aber im Rahmen des Zehnjahresschnitts. Die Reben standen unter gutem Wasserstress, vor der Lese folgten große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, so reiften die Trauben voll aus und behielten ihre Säure. Gelesen wurde vom 18. September bis 8. Oktober. Der fertige Wein hat 14,02 Prozent Alkohol und einen pH von 3,67.
Der Großteil des Grand Clos, die Gironde hat ihn über Jahrtausende abgelagert.
Dazu Tone verschiedener Tiefe, stellenweise bis an die Oberfläche. Wasser kommt regelmäßig, aber knapp.
AOC Saint-Julien · 2ème Grand Cru Classé · Grand Clos
Bei der Revolution wurde das große Gut Léoville geteilt. Das Herzstück blieb bei Las Cases, der ummauerte Grand Clos am Nordrand von Saint-Julien. Auf der anderen Seite der Mauer beginnt Château Latour. Aus diesem Clos stammt der Grand Vin fast ganz, die Cabernets bekommen hier eine Tiefe und Ausdruckskraft, die man seit Langem mit diesem Namen verbindet. Seit dem Jahrgang 2007 gibt es den Zweitwein Le Petit Lion, damit junge Reben den Grand Vin nicht verwässern.
▸ Eine Mauer trennt ihn von Latour, die Lage verbindet ihn.
Léoville Las Cases wird Deuxième Grand Cru Classé.
Mit Le Petit Lion entsteht ein Zweitwein, der Grand Vin bleibt den besten Parzellen vorbehalten.
Du hältst den Jahrgang 2019 in der Hand, gelesen vom 18. September bis 8. Oktober.
100 Falstaff-Punkte für den Jahrgang 2019, dazu Höchstwertungen aus aller Welt.
„Dunkles Rubin, feines Holz, ein Hauch Nougat, darunter dunkle Beeren, etwas Kardamom, dunkle Kirschen, kandierte Orangen. Kraftvoll, straff, engmaschig, frische Säure, würzig, tragende Tannine, mineralisch und sehr lang, Kirschen im Abgang. Ein Wein für den Keller mit enormem Potenzial.“
„Johannisbeere und Brombeere mit zerstoßenem Stein, Rinde und etwas Nadelholz. Duftig, zurückhaltend, feine, schwerelose Tannine, Textur wie schwere Seide. Ab 2027.“
Angabe des Hauses im Datenblatt 2019.
„Bemerkenswert schlank und rein. Cassis und Pflaume, Veilchen, Anis und Schwarztee im Abgang. Am besten von 2030 bis 2050.“
Angabe des Hauses im Datenblatt 2019.
„Brombeere, Heidelbeere und ein Hauch Austernschale. Mittelgewichtig, mit wunderbarer Präzision und Länge, braucht acht bis zehn Jahre.“
Angabe des Hauses im Datenblatt 2019.
Sinngemäß aus dem Englischen übertragen. Alle Wertungen gelten dem Jahrgang 2019, die Kritikerstimmen stehen im Datenblatt des Hauses. Weitere Wertungen in den More Facts.
Drei Gänge, von den WEINHERZ Sommeliers empfohlen.
Falstaff gab dem Jahrgang 2019 die volle Punktzahl. Am besten trinkt er sich ab 2030. Geduld wird hier belohnt.
Zusammengetragen von den WEINHERZ Sommeliers.
| Art | Rotwein, trocken |
| Jahrgang | 2019 |
| Herkunft | AOC Saint-Julien, Bordeaux, Frankreich |
| Klassifikation | Deuxième Grand Cru Classé 1855 |
| Rebsorten | 79 % Cabernet Sauvignon, 11 % Merlot, 10 % Cabernet Franc |
| Alkoholgehalt | 14 % vol |
| Nennfüllmenge | 0,75 l |
| Allergene | Enthält Sulfite |
| Verantwortliches Unternehmen | Château Léoville Las Cases, 33250 Saint-Julien-Beychevelle, Frankreich |
| Jugendschutz | Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren |
| Lese | 18. September bis 8. Oktober 2019 |
| Analyse | Alkohol 14,02 %, Gesamtsäure 3,38 g/l (als H2SO4), pH 3,67, IPT 80 |
| Weinberg | Grand Clos, 55 ha, Rebenalter im Schnitt 52 Jahre, 8.600 Stöcke je Hektar |
| Trinkreife | 2030 bis 2050, Einschätzung von Wine Spectator |
| Bewertung | 100 Falstaff (23.02.2022), alle Jahrgang 2019 |
| Bewertungen, Angabe des Hauses | AMA 100 (11/2021), Bettane & Desseauve 99, Yves Beck 99 (12/2021), James Suckling 98 (02/2022), Wine Spectator 98 (01/2022), Jane Anson 98 (10/2021), The Wine Doctor 98 (12/2021), Vinous 97 (02/2022), Jean-Marc Quarin 97 (03/2022), RVF 19,5/20 (Guide Vert 2022), Weinverstand 96 bis 99 (12/2021); als Fassprobe 2020: Weinwisser 20/20, Decanter 98, JancisRobinson.com 19/20, Wine Advocate 97 bis 99+, Jeb Dunnuck 97 bis 99+, Wine Enthusiast 97 bis 99 |
| Erzeuger | Château Léoville Las Cases, Saint-Julien |
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