▸ Sangiovese vom Gut unter der alten Burg von CastelGiocondo, im Jahrgang 2021 mit Veilchen, Sternanis und Pfeffer und einem sehr langen, leicht balsamischen Ende.
Im Glas ein brillantes, tiefes Rubinrot. Die Nase ist intensiv und vielschichtig. Zuerst kommen Veilchen und Hagebutte, dazu Waldbeeren. Mit etwas Luft wird es würzig, Sternanis steigt auf, weißer und schwarzer Pfeffer. Darunter liegt schon jetzt eine reifere Schicht aus Teeblatt, Tabakblatt und Kaffeebohne, die dem Duft Tiefe gibt.
Am Gaumen ist er frisch und rund. Das Tannin ist deutlich da, aber gut gereift und geschmeidig, es greift nie hart zu. Zum Ende wird er leicht balsamisch, Lakritze klingt an, und der Abgang hält außerordentlich lang. Gib ihm ein großes Glas und etwas Zeit an der Luft, dann öffnet sich die Würze mit jedem Schluck ein Stück weiter.
Blumig und würzig, mit geschmeidigem Tannin und einem Hauch Lakritze am Ende.
Am schönsten von 2027 bis 2037. In dieser Zeit rücken Tee, Tabak und Lakritze nach vorn.
Brunello di Montalcino ist reinsortiger Sangiovese.
Die Tenuta CastelGiocondo liegt südwestlich von Montalcino auf rund 300 Metern. Über dem Gut steht die Burg, eine Festung aus der Zeit um 1100, gebaut zum Schutz der Straße von der Küste nach Siena. Die Reben wachsen auf sehr verschiedenen Lagen und Böden, auf Galestro, Ton und pliozänen Sanden. Für den Brunello kommen die Trauben aus 20 bis 30 Parzellen zusammen.
2021 begann mit einem regenreichen, milden Winter, Anfang April bremste ein Kälteeinbruch die jungen Triebe. Der Sommer brachte große Unterschiede zwischen Tag und Nacht und eine lange Hitze, milde Temperaturen und trockene Luft hielten die Trauben bis zur Lese ganz gesund.
Im Keller werden die Trauben am Sortiertisch sorgfältig verlesen. Sie gären in temperaturgesteuerten Edelstahltanks, vor allem am Anfang wird oft umgepumpt. Danach reift der Wein rund drei Jahre in gebrauchten Barriques und großen Fässern, bis er sein Gleichgewicht gefunden hat, und liegt anschließend noch in der Flasche.
Brunello di Montalcino DOCG · Sangiovese · Galestro, Ton, Sand
CastelGiocondo zählt zu den ersten vier Gütern, auf denen der Brunello di Montalcino entstand. Daran erinnert das Etikett. Der Reiter darauf stammt aus einem berühmten Fresko des Sieneser Malers Simone Martini und zeigt Guidoriccio da Fogliano, den Heerführer Sienas, beim Angriff auf die Burg Montemassi.
▸ Ein Brunello von dem Gut, auf dem der Brunello mit begonnen hat.
93 Punkte von Falstaff und 93 von Decanter für den Jahrgang 2021.
„Schimmerndes Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase fruchtbetont, erinnert an Hibiskus und Kirschen, dahinter florale Anklänge. Am Gaumen frisch mit festem Säurenerv, kompakte Gerbstoffstruktur, eng verwoben, druckvolles und warmherziges Finale.“
Othmar Kiem, Simon Staffler.
„Öffnet sich langsam, Pflaume und rote Beeren mit Weihrauch und Pfeffer. Gut gepolstert, aber nicht zu dicht, die Frucht großzügig statt üppig. Kirschhaut und Blutorange, getragen von strahlender Säure, im Abgang schwarze Johannisbeere. Noch eng gewoben, mit feinem, sandigem Tannin, sollte schön reifen.“
Verkostet am 16.11.2025 in Montalcino.
Falstaff im Original, Decanter sinngemäß aus dem Englischen übertragen. Beide Wertungen gelten dem Jahrgang 2021.
Drei Gänge, von den WEINHERZ Sommeliers ergänzt.
Zusammengetragen von den WEINHERZ Sommeliers.
| Art | Rotwein, trocken |
| Jahrgang | 2021 |
| Herkunft | Brunello di Montalcino DOCG, Toskana, Italien |
| Rebsorte | Sangiovese |
| Alkoholgehalt | 14,5 % vol |
| Nennfüllmenge | 0,75 l |
| Trinkreife | 2027 bis 2037 |
| Allergene | Enthält Sulfite |
| Verantwortliches Unternehmen | Marchesi Frescobaldi Società Agricola S.r.l., Via S. Spirito 11, 50125 Firenze, Italien |
| Jugendschutz | Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren |
| Weingut | Tenuta CastelGiocondo, südwestlich von Montalcino, rund 300 m |
| Böden | Galestro, Ton und pliozäne Sande |
| Vinifikation | Auslese am Sortiertisch, Gärung in temperaturgesteuerten Edelstahltanks mit häufigem Umpumpen |
| Ausbau | Rund 3 Jahre in gebrauchten Barriques und großen Fässern, danach Flaschenreife |
| Jahrgang 2021 | Regenreicher, milder Winter, Kälte Anfang April, heißer Sommer mit großen Unterschieden zwischen Tag und Nacht |
| Menge | Rund 350.000 Flaschen |
| Trinkreife | 2027 bis 2037, Einschätzung von Decanter |
| Bewertung | 93 Falstaff (20.02.2026), 93 Decanter (16.11.2025), beide Jahrgang 2021 |
| Etikett | Reiter nach dem Fresko des Guidoriccio da Fogliano von Simone Martini |
| Flaschengrößen | 0,75 l, 1,5 l, 3 l, 5 l |
| Erzeuger | Frescobaldi, Florenz |
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