▸ Der Wermut aus dem Turin von 1786, nach einem Rezept, das bis heute nur drei Menschen kennen, mit Vanille, Bitterorange und Safran.
Im Glas leuchtend braun mit Adern von Bernstein. In der Nase steht die Vanille vorn, um sie herum Gewürze, Zitrus und Trockenfrüchte, Mandel, Rosine und Gewürznelke. Kirsche, Brombeere und Orange kommen dazu, ein Duft, der an Winterabende und Gewürzschränke erinnert.
Am Gaumen ist er rund, reich und vanillig, er nimmt das Bukett auf und verbindet es mit Bitterorange, Datteln, Kakaobohnen und Safran. Die Textur ist samtig, die Süße voll, und gerade die Bitternote im weichen Abgang macht ihn so trinkig. Pur auf Eis zeigt er, was in ihm steckt, im Cocktail gibt er den Ton an.
Rund und vanillig, mit Bitterorange und Safran im samtigen Abgang.
Die Basis sind Weißweine ausgewählter italienischer Rebsorten aus der Romagna, aus Apulien und Sizilien. Sie werden innerhalb von 24 Stunden nach der Anlieferung verarbeitet, damit sie nicht oxidieren. Es sind Weine mit mittlerem Alkohol, damit Gewürze, Kräuter und Wurzeln zur Geltung kommen.
Die vielen aromatischen Pflanzen werden je nach Rohstoff heiß aufgegossen oder kalt ausgezogen, nach Methoden, die über Jahrhunderte weitergegeben wurden. Manche brauchen mehrere Monate. Danach ruht die Mischung noch einmal einige Monate, bis alles harmoniert. Der Safran kommt vor allem aus dem iranischen Hochland, für ein Kilo werden die Fäden von rund 150.000 Blüten von Hand gepflückt. Das Wermutkraut stammt ausschließlich aus den Alpen des Piemont und des Aostatals, dazu kommt gebrannter Zucker, ganz ohne Zusätze.
Wermut · Rezept von 1786 · Fratelli Branca
Antonio Benedetto Carpano schuf seinen Wermut 1786 in Turin. Für den Namen nahm er das deutsche Wort Wermuth, also das Kraut, das in keinem Wermut fehlen darf, vielleicht angeregt von Goethe, der im selben Jahr nach Italien kam. Fratelli Branca bewahrt das Rezept unter dem Motto Novare Serbando. Bis heute teilen sich drei Menschen das Geheimnis, einer davon ist Niccolò Branca.
▸ Ein Rezept von 1786, und noch immer geheim.
96 Falstaff-Punkte bei der jüngsten Verkostung.
„Sehr elegantes, klassisches Aroma, Kirsche, Brombeere, Orange und Wintergewürze. Samtig am Gaumen, feines Zusammenspiel der Aromen, weicher Abgang mit angenehmer Bitterkeit und Anklängen von Schokolade.“
Sinngemäß aus dem Englischen übertragen. Eine frühere Falstaff-Wertung steht in den More Facts.
Drei Happen zum Aperitivo, von den WEINHERZ Sommeliers empfohlen.
Pur auf Eis zeigt er sich von seiner besten Seite. Für den Americano und den Negroni Sbagliato stehen die Rezepte des Hauses in den More Facts.
Zusammengetragen von den WEINHERZ Sommeliers.
| Art | Wermut, rot |
| Herkunft | Italien |
| Zutaten | Weißwein, aromatische Pflanzen, Gewürze und Wurzeln nach Geheimrezept, darunter Safran, Wermutkraut und gebrannter Zucker |
| Alkoholgehalt | 16,5 % vol |
| Nennfüllmenge | 1,0 l |
| Verantwortliches Unternehmen | Fratelli Branca Distillerie S.r.l., Via Broletto 35, 20121 Milano, Italien |
| Jugendschutz | Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren |
| Grundwein | Weißweine aus Romagna, Apulien und Sizilien, binnen 24 Stunden verarbeitet |
| Herstellung | Heiße Infusion oder kalte Extraktion je nach Pflanze, danach mehrmonatige Ruhephase |
| Americano | 3 cl Antica Formula, 3 cl Bitter, mit Soda auffüllen, Zitronenzeste, Orangenscheibe, Eis |
| Negroni Sbagliato | 3 cl Antica Formula, 3 cl Spumante, 3 cl Bitter, Orangenscheibe, Eis |
| Bewertung | 96 Falstaff (10.06.2026), 94 Falstaff (20.11.2020) |
| 94 Falstaff, 20.11.2020 | Dunkle Frucht, Bitterschokolade und volle Süße, feine Säure, Nelke und Zimt im langen Finale. |
| Erzeuger | Carpano, Mailand |
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